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München (ots) - Warum soll man an den Kartagen (Gründonnerstag,
Karfreitag, Karsamstag) Kerzen löschen und nicht - wie gewohnt -
Kerzen anzünden? Schwester Jordana hat eine Erklärung dafür in ihrem
"Wort zum Sonntag" am Samstag, 4. April 2009, um 23.05 Uhr.
Redaktion: Martin Blachmann (WDR)
In der Reportagereihe "Gott und die Welt" am Sonntag, 5. April
2009, um 17.30 Uhr heißt es: "Krach am Grab - Christen streiten in
Jerusalem"
Jerusalem heißt wörtlich die `Stadt des Friedens´. "Ein schlechter
Witz", meint Adel Abu Nader Barakat, dessen Familie seit Generationen
direkt neben der Grabeskirche einen kleinen Laden für Pilgerbedarf
und Reiseandenken hat. Er verkauft dort Dornenkronen und "heiliges"
Wasser, das allerdings tatsächlich einfach aus dem Wasserhahn kommt.
"Frieden? Die schlagen sich hier gegenseitig die Köpfe ein!"
Die Reiseführer, die Tag für Tag Hunderte von Pilgern durch die
Kirche führen, können das nur bestätigen. "Bei einer Prügelei
zwischen Griechen und Armeniern wurde ein Mönch buchstäblich
krankenhausreif geschlagen", erzählt die französische Reiseführerin
Denise, "mit einem Besen! Nur weil sie sich nicht einigen konnten,
wer vor Ostern an welcher Stelle putzen darf. Ein Wahnsinn!"
Auch Waji Nusseibeh, der muslimische Palästinenser und Torwächter
kann nur den Kopf darüber schütteln, dass noch nicht einmal an diesem
für die Christen heiligen Ort Frieden herrscht. Jeden Morgen um fünf
schließt er die Kirche auf. Als Sultan Salah al-Din die Kreuzfahrer
vertrieben hatte, gab er Wajis Familie den Kirchenschlüssel,
anscheinend die Konflikte zwischen den Christen vorausahnend.
Nusseibeh ist von ihnen enttäuscht: "Wir sind an einem heiligen Ort.
Da wäre ein bisschen Respekt einfach angebracht."
Doch Krieg oder Frieden: Die Grabeskirche ist Alltag für viele.
Hunderte von Souvenirläden rund um die Kirche verkaufen Kitsch und
Kunst: vom heiligen Öl aus dem Supermarkt über Kittel für die
Jordantaufe bis hin zu Dornenkronen, geflochten aus den Zweigen
irgendwelcher Hecken am Stadtrand.
Die Reportage von Uri Schneider dokumentiert dies alles und zeichnet
mit leichter Hand ein teilweise skurriles Bild des christlichen
Zusammenlebens in einer der berühmtesten Kirchen der Welt. Leider ist
es durchaus nicht immer so friedlich, wie es der Herr nicht nur in
der Osterzeit doch wohl gern hätte ...
Redaktion: Uwe Bork (SWR)
Dieser Beitrag wurde am Dienstag, 31. März 2009 um 19:20 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Fernsehen abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen.
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